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Wandscheiben

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Abb. 1 Lastverteilung Holzrahmenbauwand
Quelle: Bubiza

Grundlagen

Zum Herstellen einer statisch wirksamen Wandscheibe ergeben sich Anforderungen an die Beplankung, die Verbindungsmittel, die Endverankerung und an die Geometrie der Wandscheibe.

Beplankung

  • Beplankung muss über volle Wandhöhe durchgehen
  • vertikale Beplankungsstöße müssen mittig auf den Ständern liegen
  • maximal ein vertikaler Stoß über die Wandhöhe
  • vertikale Stöße müssen hinterlegt sein oder mit zugelassenen Wellennägeln verbunden werden
  • Plattendicke 1/50 des Rastermaßes (z.B. Rastermaß = 62,5 cm = Plattendicke 12,5 mm)

Verbindungsmittel

Die Verbindungsmittel leiten die in Richtung des Rähms wirkenden Horizontalkräfte aus dem Rähm in die aussteifende Beplankung ein.

  • Befestigung nur mit zugelassenen, korrosionsbeständigen Verbindungsmitteln (Klammern, Nägel, Schrauben)
  • konstanter Verbindungsmittelabstand an allen Plattenrändern
  • Beachtung der Randabstände (Plattenränder und Konstruktionshölzer)

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Abb. 2 und 3 Ringschaftnägel und Klammern
Quelle: Bubiza

Wandverankerung

Wandscheiben müssen zur Abtragung der horizontalen Lasten mit der Bodenplatte, bzw. dem Fundament verbunden- und somit gegen horizontales Verschieben gesichert werden.

Um die nötige Verankerung herzustellen werden die Wandschwellen kontinuierlich (ca. alle drei Gefache) in der Bodenplatte oder dem Fundament mittels Schwerlastankern befestigt.

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Abb. 4 Schwerlastanker
Quelle: Bubiza

Wandscheiben-Endverankerung

An den Enden der aussteifenden Wandscheiben entstehen Zug- und Druckkräfte, die in die Unterkonstruktion eingeleitet werden müssen.

Für die Wandscheibenendverankerung gibt es spezielle zugelassene Stahlblechformteile. Diese übertragen die Zugkraft aus der Randrippe in die darunter liegenden Bauteile (z.B. in die Bodenplatte).

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Abb. 5 und 6 Wandscheibenendverankerung
Quelle: Bubiza

Beplankungsstöße

Vertikale Stöße der Beplankung müssen grundsätzlich mittig auf den Ständern liegen. Schwebende vertikale Stöße sind unzulässig.

Über die volle Wandhöhe darf maximal ein horizontaler Beplankungsstoß angeordnet werden, dieser Stoß muss kraftschlüssig hinterlegt sein, da sich ansonsten die Beplankung im Stoßbereich gegeneinander verschieben würde. Das Hinterlegen erfolgt in der Regel mit Querriegeln aus KVH, auf denen die Beplankung analog zu den anderen Plattenrändern befestigt wird.

Geometrie

Für die Dimensionierung der Verankerung ist entscheidend, ob eine lange oder eine kurze Wand für die Aussteifung zur Verfügung steht. Wie in den unten stehenden Abbildungen zu erkennen ist, ezeugt die gleiche Horizontalkraft an einer kurzen Wand aufgrund der ungünstigen Hebelverhältnisse wesentlich größere Zuglasten als bei einer langen Wand.

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Abb. 7 und 8 Zusammenhang von Wandlänge zur Verankerungskraft
Quelle: Bubiza