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Kompendium für Lernende und Lehrende

Bauweisen (Deckenauflagerung)

Plattformbauweise

Bei der Plattform Bauweise wird die Geschossdecke auf dem Rähm der darunter liegenden Außenwand aufgelegt, die darüber liegende Außenwand wird dann mit der Schwelle direkt auf der Rohdecke angeordnet.

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Ein Vorteil dieser Konstruktionsart ist die relativ einfache und schnelle Montierbarkeit. Die Elemente werden „aufeinandergestapelt“.

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Auf Erdgeschoss-Außenwand aufelagertes Deckenelement. Innen luftdicht angeklebte und schlaufenförmig nach außen gelegte Dampfbremsfolie.

Nachteilig ist hier allerdings, dass viel Holz quer zur Faser beansprucht wird; Schwelle und Rähm der oberen bzw. unteren Wand sowie Decken- und Randbalken. Zusätzlich zur statischen Belastung führen Trocknungsvorgänge im Holz zu einer Querschnittsreduzierung. Dadurch kann es zu Setzungen im Bereich der Geschossstösse kommen, dies wirkt sich insbesondere bei mehrgeschossigen Gebäuden nachteilig aus. Besonders bei der Verwendung von Wärmedämmverbundsystemen kann es bei unsachgemässer Montage zu Quetschfalten kommen, die sich dann von außen sichtbar im Putz abzeichnen.

Relativ aufwändig ist die Führung der Luftdichtheitsschicht, da diese von der Innenseite der unteren Wand schlaufenförmig um die Geschossdecke herum und wieder an die Innenseite der darüber liegenden Wand geführt werden muss. Die Verlegung der Luftdichtung (Dampfbremse) sowie die Anschlüsse an die Innenseite der Außenwände müssen besonders sorgfältig ausgeführt werden.

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Schlaufenförmige Verlegung der Dampfbremse (grün) im Bereich des Geschossstosses.

Balloon-Bauweise

Die Holzständer der Außenwände sind hier über die komplette Gebäudehöhe durchgängig. Die Deckenbalken liegen auf einem an der Innenseite der Wand befestigten Randbalken oder auf Stielen der Installationsebene auf.

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Die Balloon Bauweise weist gegenüber der Plattform Bauweise eine nur sehr geringe Setzungsempfindlichkeit auf. Dies ist besonders bei mehrgeschossigen Gebäuden von Vorteil. Ein weiterer Vorteil ist die problemlose Führung der luftdichten Ebene, da die raumseitige Holzwerkstoffplatte oder Dampfbremsfolie durchläuft.

Die Balloon Bauweise ist hauptsächlich in Nordamerika vertreten, die Hölzer werden vorzugsweise auf der Baustelle verzimmert. Der wesentliche Nachteil für die Anwendung in Deutschland ist, dass eine Vorelementierung mit anschliessender Montage auf die Baustelle bei Wandhohen Bauteilen aus Gründen der Höhen- und Breitenbeschränkungen für Transporte kaum möglich ist.

Quasi-Balloon-Bauweise

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Bei der Quasi Ballon Bauweise sind die Ständer nicht wandhoch, sondern der Geschossstoss liegt knapp oberhalb der Rohdecke. Dies hat den großen Vorteil, dass die luftdichte Ebene wie bei der Balloon Bauweise durchgehend ist (der Stoßbereich beider Wände kann während der Montage problemlos luftdicht abgeklebt werden), die Wandelemente bleiben jedoch in einer transportfähigen Größe. Die Decke wird wie bei der Balloon Bauweise auf einem innenliegenden Randbalken oder der Installationsebene aufgelagert.

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Auf Randbalken aufgelagertes Deckenelement. Die OSB-Beplankung (Luftdichtheitsebene) der Außenwand geht über die OSB-Beplankung der Rohdecke hinaus.