Das virtuelle Digitalgebäude
Kompendium für Lernende und Lehrende

informationstechnik.jpg

Datenübertragungswege und Verkabelungskonzepte

Übertragungswege

Digital Subscriber Line (DSL)

DSL bezeichnet eine Reihe von Übertragungsstandards, bei der Daten mit hohen Übertragungsraten (bis zu 1000 Mbit/s) über einfache Kupferleitungen gesendet und empfangen werden können. Das ist eine wesentliche Verbesserung gegenüber Telefonmodems (bis zu 56 kbit/s) und ISDN-Verbindungen (mit zwei gebündelten Kanälen zu je 64 kbit/s)

Nicht jede Telefonleitung ist DSL-fähig. Ob DSL an einem Standort verfügbar ist, bestimmen:

  • DSL-fähiger Ausbau der örtlichen Vermittlungsstelle mit ausreichend vielen Ports
  • durchgängige Kupfer-Teilnehmeranschlussleitungen zwischen Standort und Vermittlungsstelle.
  • Länge der Leitung zwischen Teilnehmer und Vermittlungsstelle
  • Durchmesser der Leitung, die durchaus aus mehreren Leitungsabschnitten mit unterschiedlichen Durchmessern bestehen kann
  • die Anzahl von DSL-Teilnehmern im selben Anschlussgebiet

DSL-Zugang

Als DSL-Zugang wird in der Regel die Bereitstellung von Infrastruktur auf Anbieterseite sowie der benötigten Ressourcen bezeichnet. Der Anbieter eines DSL-Zugangs muss nicht gleichzeitig Anbieter des DSL-Anschlusses sein.

Bandbreite und Datenübertragungsrate

ÜbertragungsverfahrenBandbreiteDatenübertragungsrate
POTS (Analog)300 Hz - 3,4 kHzbis ca. 56 kbit/s, typisch 4,5-5 kByte/s
ISDN0 Hz - 120 kHz2 x 64 kbit/s Nutzkanal + 16 kbit/s Steuerkanal
ADSL138 kHz - 1,1 MHzDown: bis zu 8 MBit/s, Up: 1 MBit/s
ADSL2+138 kHz - 2,2 MHzDown: bis zu 24 MBit/s, Up: 1 MBit/s
VDSL138 kHz - 12 MHzDown: bis zu 50 MBit/s, Up: 10 MBit/s
VDSL2- 30 MHzDown: bis zu 200 MBit/s, Up: 200 MBit/s mit VDSL Profil 30a

Long Term Evolution (LTE)

LTE ist ein Mobilfunkstandard der vierten Generation, der mit bis zu 300 MBit/s deutlich höhere Downloadraten erreichen kann, als es bisher möglich war. Das Grundschema von UMTS wird bei LTE beibehalten. So ist eine rasche und kostengünstige Nachrüstung der Infrastrukturen der UMTS-Technologie (3G) auf LTE-Advanced (4G) möglich.

diagramm_lte.jpg

Im Gegensatz etwa zu DSL, welches maßgeblich in größeren Städten verfügbar ist, wurde LTE zunächst primär für ländliche Gebiete ausgebaut und schafft dort den lang erhofften Durchbruch für zeitgemäße Breitband-Zugänge. Alle noch immer mit Breitbandinternet unterversorgten Regionen, können also neue Hoffnung schöpfen. Denn sobald LTE lokal ausgebaut ist, sind Internetzugänge mit bis zu 50 MBit/s und günstige Festnetztelefonie möglich.


Verkabelungskonzepte

Strukturierte Verkabelung

Für die strukturierte Verkabelung gibt es die europäische Norm EN 50173-1 für anwendungsneutrale Verkabellungssysteme, welche als DIN-Norm veröffentlicht ist. Häufig sind auch die Verkabelungen nach der nordamerikanischen Norm TIA/EIA 568 aufgebaut.

Eine strukturierte Verkabelung oder universelle Gebäudeverkabelung (UGV) ist ein einheitlicher Aufbauplan für eine zukunftsorientierte und anwendungsunabhängige Netzwerkinfrastruktur, auf der unterschiedliche Dienste (Sprache oder Daten) übertragen werden.

Anschlusstechnik

Belegung des RJ45 Steckers

Der Standard DIN EN 50173 regelt die Kabelbelegung zumindest bei Kupferkabeln in Netzen. „RJ“ steht für Registered Jack (genormte Buchse). Es gibt vier Kabelpaare.

rj-45_stecker.jpgatm-asynchronous-transfer-mode.jpg

EIA/TIA-568B hieß ursprünglich 258A und stammt von AT&T. Als EIA/TIA-568A eingeführt wurde, war die Anschlussbelegung nach 258A in den USA allerdings schon weit verbreitet. Also hat man kurzerhand 258A in EIA/TIA-568B übernommen. Das ist auch der Grund, warum Patchkabel weltweit nach 258A, also EIA/TIA-568B belegt sind.

crossoverkabel.jpg

Crossoverkabel

Crossoverkabel dienen zur Verbindung zweier Switche. Es werden dabei jeweils die Sende- und Empfangsleitungen getauscht. Auf diese Weise kann man die Zahl der verfügbaren Rechneranschlüsse erhöhen. Mit Crossoverkabeln kann auch eine Direktverbindung zwischen zwei PCs ohne dazwischen liegenden Switch erreicht werden. Mit der Verbreitung von Geräten mit Auto-MDI-X sind Crossoverkabel nicht mehr notwendig, da diese Netzwerkgeräte die Kreuzung der Adern elektronisch durchführen.

crossoverkabel_ii.jpg

LSA Werkzeug

LSA steht für löt-, schraub- und abisolierfrei. Die LSA-Schneidklemmtechnik ist ein Verbindungsverfahren, welches ein schnelles Auflegen einzelner Adern ermöglicht, z.B. der Anschluss von Netzwerk-Verlegekabeln an Anschlussdosen oder Patchpanel. Das Auflegen der Adern bei dieser Schnellanschlusstechnik wird mit einem speziellen Auflegewerkzeug realisiert. LSA und LSA-Plus sind unterschiedliche Schreibweisen für die gleiche Technik. Bei dieser Technik stehen die Schneidklemmen in einem Winkel von 45° zum Kabel.

lsa-werkzeug-beschriftet.jpg

Hinweise zum fachgerechten Anschluss und Auflegen von Datenkabeln

  • Kabel auf richtige Länge abschneiden
  • Außenmantel abziehen
  • Geflechtschirm zurückschieben
  • Schirmung vorsichtig entflechten
  • Nicht mehr benötigten Schirm entfernen
  • Beilaufdraht, falls vorhanden, um das Schirmgeflecht wickeln
  • Adernpaare sorgfältig sortieren
  • Verdrillung beibehalten
  • Bei PiMf- und ViMf-Kabeln vorhandenen Folienschirm nur so lang wie unbedingt erforderlich entfernen
  • EIA/TIA-Belegung (Farben) beim Anschluss beachten
  • Gleiche Anschlussbelegung in der Anschlussdose und im Patchpanel verwenden
  • Adern so kurz wie möglich anlegen
  • Biegeradien entsprechend Vorgaben der Kabelhersteller einhalten

Fehler bei der Datenverkabelung

NEXT (Near-End-Crosstalk): NEXT misst ein unwerwünschtes Signal, das von einem Paar auf ein andres am nahen Ende übertragen wird.

koaxialkabel.jpg

FEXT (Far-End-Crosstalk): FEXT misst ein unerwünschtes Signal, das von einem Paar, das am nahen Ende sendet, auf ein Paar am fernen Ende übertragen wird.

koaxialkabel-fext.jpg

Häufige Fehler sind:

  • Überlängen bei den Installationsstrecken
  • Vertauschung durch nicht eingehaltene Farbcodes bzw. nicht einhaltliches Aufelgeschema (EIA/TIA-568A - EIA/TIA-568B)
  • Verseilung der Aderpaare zu weit aufgehoben
  • Fehlende oder falsch aufgelegte Schirmung
  • Nicht geerdeter oder falsch geerdeter Datenverteiler
  • Verlegung der TP-Kabel längs stromführender Leitungen
  • Verwendung unterschiedlicher Kategorien für Kabel und Komponenten (ergibt Gesamtkategorie (Klasse) mit der niedrigsten eingesetzten Kategorie)

Siehe auch