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Herdanschlussdose

Grundlagen

Die Herdanschlussdose dient, wie der Name schon sagt, zum Anschluss eines E-Herds an das Stromnetz. Im Normalfall wird sie auf eine Unterputzdose montiert. Als Zuleitung dient meistens eine NYM-Leitung 5×2,5 mm², welche Unterputz verlegt wird. Standardmäßig abgesichert wird diese Leitung mit Leitungsschutzschaltern B 16 A.

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Die Herdanschlussdose besitz 5 Durchgangsklemmen mit denen die Starre NYM-Leitung von der Verteilung mit der flexiblen Leitung zum E-Herdanschluss verbunden wird. Bei manchen Dosen sind diese Klemmen schon farblich markiert:

  • braun: Außenleiter L1
  • schwarz: Außenleiter L2
  • grau: Außenleiter L3
  • blau: Neutralleiter N
  • grüngelb: Schutzleiter PE

Anschluss am E-Herd

Da ein Elektroherd als ortsveränderlicher Verbraucher gilt, muss er mit einem flexiblen Anschlusskabel 5×2,5 mm² angeschlossen werden.

Die verschiedenen Anschlüsse am E-Herd lassen sich über Brücken realisieren. Der geläufigste Anschluss ist der über ein 5-adriges Kabel mit drei Außenleitern und Neutralleiter. Dieser sollte nach Möglichkeit auch immer gewählt werden. Dabei werden die Herdplatten und der Backofen auf die drei Außenleiter in Sternschaltung aufgeteilt und jeweils mit 230 V betrieben.

Beim Anschluss über ein 4-adriges Kabel mit zwei Außenleitern und Neutralleiter muss eine zusätzliche Brücke zwischen den Klemmen 2 und 3 gesetzt werden.

Erfolgt der Anschluss über ein 3-adriges Kabel mit nur einem Außenleiter müssen die Klemmen 1, 2 und 3 gebrückt werden. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass sich bei einem Standardelektroherd mit einer Nennleistung von 8,9 kW eine Strombelastung von 38,69 A ergibt, wenn alle vier Platten und der Backofen gleichzeitig genutzt werden. Somit könnten bei einer Absicherung mit 16 A nur zwei Platten gleichzeitig betrieben werden, ohne den Leitungsschutzschalter auszulösen. Deshalb müsste hier eine entsprechend größere Absicherung und daraus folgend auch eine Erhöhung des Querschnitts der Leitung erfolgen.

Der Anschluss über drei Außenleiter ohne Neutralleiter erfolgt nur in einem Drehstromnetz in Dreieckschaltung ohne Neutralleiter, welches meist als IT-Netz ausgeführt ist. Dabei beträgt die Spannung zwischen zwei Außenleitern 230 V. Dieses Netz ist in Deutschland nur sehr selten anzutreffen, z.B. in der Industrie, im Bergbau oder in Randgebieten zum Ausland. Man sollte sich bei diesem Anschluss sicher sein, dass es sich auch um diese Netzform handelt, da ansonsten der E-Herd beschädigt wird.