Das virtuelle Digitalgebäude
Kompendium für Lernende und Lehrende

elektrotechnik.jpg

Lüfter

Grundlagen

Überall wo durch Wasserdampf bedingte Feuchtigkeitsentwicklung entsteht werden Badlüfter eingesetzt. Vor allem in Mehrpersonen-Haushalten, in denen viel geduscht oder gebadet wird, empfiehlt sich der Einsatz eines Badlüfters, der den entstehenden Wasserdampf kontinuierlich abzieht. Dadurch wird die Schwadenbildung und die Entstehung von unerwünschten Schimmelstellen vermieden, wie sie oft in Bädern ohne weitreichende Lüftung vorkommen.

Richtige Dimensionierung der Badlüfter

Bei der Wahl des richtigen Badlüfters ist eine ausreichende Dimensionierung, also die Wahl des Rohrdurchmessers, ein entscheidender Faktor. Auf Basis des Raumvolumens muss gewährleistet sein, dass der Lüfter auch den nötigen Luftdurchsatz hat um den Raum zu entlüften. Bei regulärem Duschverhalten wird hier zu einem Faktor von 8-10 geraten. Das heißt, dass der Lüfter, bei einem Raumvolumen von 20 m³, einen Luftdurchsatz von ca. 160-200 m³ leisten sollte um den Nassbereich ordnungsgemäß zu entlüften.

Installation des Badlüfters

In den meisten Fällen bei Ein- oder Zweifamilienhäusern wird die Abluft der Badventilatoren direkt über die Außenwand abgeführt. Dafür wird als erstes eine Kernbohrung im passenden Durchmesser benötigt. In diese Kernbohrung wird nun ein PVC-Lüftungsrohr eingesetzt, welches eine saubere Ableitung der Luft ermöglicht ohne, dass Feuchtigkeit ins Mauerwerk oder die Wand eindringen kann. Für den Betrieb des Lüfters wird nun natürlich eine Elektroinstallation benötigt, die Unterputz geschehen sollte. Dabei ist es empfehlenswert eine 5-adrige Leitung zu verlegen, da die meisten Lüfter über einen Nachlauf verfügen. Dafür benötigt der Lüfter einen dauerhaften Anschluss an 230 V. Das gleiche gilt außerdem für Lüfter, die mit einem Feuchtigkeitssensor arbeiten. Der typische Anschluss der Lüfter erfolgt dann unter Berücksichtigung der Bedienungsanleitung meistens wie folgt:

Anschluss Lüfter ohne Nachlauf und Feuchtesensor:

  • Anschluss L: geschalteter Außenleiter vom Lichtschalter
  • Anschluss N: Neutralleiter

Anschluss Lüfter mit Nachlauf und Feuchtesensor

  • Anschluss L: Außenleiter Daueranschluss
  • Anschluss LT: geschalteter Außenleiter vom Lichtschalter
  • Anschluss N: Neutralleiter

Danach kann der Lüfter in das verlegte Lüftungsrohr eingesteckt werden und mit Schrauben und Dübeln an der Wand befestigt werden. Besitzt der Lüfter einen Nachlauf, kann dieser jetzt mittels eines Potentials von z.B. 2-30 Minuten eingestellt werden. Genauso kann ein Feuchtesensor von ca. 60-90 % eingestellt werden. Schließlich kommt noch an der Außenseite ein Lüftungsgitter zum Einsatz, welches es in verschiedenen Varianten wie beweglichen Lamellen oder als Insektennetz gibt.

Reduzierung des Wärmeverlusts und Verhindern von Zugluft

Da es zu einer Zugluftbildung kommen kann, empfiehlt es sich hinter den Lüfter eine Rückschlagklappe zu verbauen. In dem sich die Membran hinter dem Lüfter verschließt, verhindert diese das Eindringen von kalter Außenluft. Außerdem kann warme Luft, wenn der Lüfter nicht in Betrieb ist, auch nicht so leicht entweichen. Noch geringer kann man den Wärmeverlust durch einen Lüfter mit selbstschließender Jalousiefunktion halten, da sich seine Lamellen fest verschließen und dadurch eine dichte Wärmebrücke darstellen.