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Steckdose

Allgemeines

Eine Steckdose dient zur Versorgung von ortsunfesten elektrischen Geräten. Sie ist also eine Steckverbindung zwischen den Geräten und der Gebäudeinstallation. Sie wird in 2 Ausführungen montiert, entweder in einer Wand (Unterputz) oder auf einer Wand (Aufputz).

Schukosteckdose

In Deutschland werden Schutzkontaktsteckdosen verbaut, welche 230V Wechselstrom liefern und in Hausinstallationen in zweipoliger Ausführung maximal bis 16A abgesichert werden dürfen.

Angeschlossen wird eine Steckdose mit einer 3-adrigen NYM-Leitung, meistens NYM-J 3×2,5mm². Dabei wird sie mit einem der drei Außenleiter(meistens braun), dem Neutralleiter(blau) und dem Schutzleiter(grün-gelb) verbunden.

Aufgrund der nach innen weisenden Kontaktöffnungen, wird eine Steckdose auch als „weiblich“ bezeichnet, im Gegensatz dazu ist ein Stecker „männlich“. Durch diese Bauform erreicht man einen elementaren Berührungsschutz.

Planung von Steckdosen

Für Wohnungen sind nach DIN 18 015 Teil 2 als Mindestausstattung folgende Steckdosenzahlen vorzusehen (gehobene Ausstattung in Klammern):

  • Wohnräume: 5(10) +Antennensteckdose
  • Schlafräume: 4(8)
  • Küche(Arbeitsbereich): 5(8)
  • Hausarbeitsraum: 3(6)
  • Bad: 2(2 je Waschtisch)
  • WC-Räume, Flure, Terrassen, Kellerräume,Dachböden: 1

In Räumen, die nicht Wohnzwecken dienen, richtet sich die Zahl der Steckdosen nach der Art des Arbeitsplatzes oder auch der Gebäudereinigung. Sinnvollerweise empfiehlt sich immer der Einsatz von Mehrfachsteckdosen.

Installationshöhen

Typische Installationshöhen für Steckdosen in Wohnbereichen sind 0,3m oder als Teil der Schalterkombination 1,1m über OKFFB(Oberkante Fertig-Fußboden). Bei Abweichungen hiervon ist dies im Plan, mit der entsprechenden Höhenangabe zu versehen.

Montage

Als erstes werden die Anschlussdrähte in der Schalterdose auf 12-16 cm eingekürzt. Eine übliche Schukosteckdose besitzt heute drei Steckanschlussklemmen. Vor dem Anschluss der Drähte sollten diese begradigt werden, da sonst die Klemmstelle nicht halten könnte und so eine Brandgefahr entsteht. Nun werden die Anschlussdrähte mit einer Abisolierzange auf 10-12 mm abisoliert und danach auf Beschädigungen überprüft. Ist alles in Ordnung wird als erstes der Schutzleiter (grüngelb) in die mittlere Klemme gesteckt, danach ist es egal in welche der Klemmen man jeweils den Außenleiter (braun) und Neutralleiter (blau) steckt. Dies sollte nur bei allen Steckdosen einheitlich geschehen, um beim späteren Messen Zeit zu sparen. Jetzt wird der sichere Halt der Anschlussdrähte in den Klemmen durch ein kurzes Ziehen kontrolliert und die Steckdose gerade mit Geräteschrauben in der Schalterdose befestigt. Schließlich muss nur noch die Abdeckung gerade angebracht werden.

Kraftsteckdose (CEE-16A)

Die umgangssprachliche Bezeichnung einer CEE-Steckdose ist „Kraftstromsteckdose“. Diese Steckdosen haben eine Nennspannung von 400 V mit Dreiphasen-Wechselstrom (L1, L2, L3), Neutralleiter (N) und Schutzleiter (PE). Seit 1999 ist ihre internationale Bezeichnung IEC 60309. Zu dieser Bezeichnung gehören allerdings noch weitere Steckverbindungen außer die für den Privathaushalt übliche CEE-16A Steckdose.

Aufgrund der vielen unterschiedlichen Stecksysteme in Europa wurde versucht die CEE-Normen zu vereinheitlichen, was leider nicht gelang. So gibt es in Europa weiterhin viele verschiedene Stecker und Steckdosen mit eigenen Bezeichnungen und spezifischen Normen. In der Regel wird ein Starkstromanschluss gemeint, wenn von einer CEE-Steckdose gesprochen wird, man kennt diese Steckdosen aber auch aus dem Campingebereich oder vor allem aus der Industrie. Erhältlich sind CEE-Steckdosen in den Größen 16 A, 32 A, 64 A und 125 A, mit zulässigen Betriebstemperaturen von -25° C bis +40° C und einer Mindestschutzart IP 44. Im 400 V Dreiphasen-Wechselstrom-Netz sind die Größen 16 A und 32 A als Kraftanschluss am geläufigsten.

Das Gehäuse einer 3-poligen CEE-Steckdose ist rot und enthält die Beschriftung „3L+N+PE, 6h“. „3L“ steht für drei Außenleiter, „N“ für den Neutralleiter, „PE“ für den Schutzleiter und „6h“ für die Anordnung des Schutzleiters. Diese Angabe steht für die Zeigerstellung eines Stundenzeigers auf der Uhr, also hier 6 Uhr, was der Stellung unten enstspricht.

In der Steckdose befinden sich Anschlussklemmen, entweder zum Schrauben oder zum Stecken. Bei manchen Dosen sind diese schon farblich gekennzeichnet. Dabei sind dies drei Klemmen für die Außenleiter (L1-braun, L2-schwarz, L3-grau), eine Klemme für den Neutralleiter (N-blau) und eine dickere Klemme für den Schutzleiter (PE-grüngelb). Als Anschlussleitung wird ein NYM-J 5×2,5 mm² verwendet und die Zugentlastung erfolgt über eine Plastikverschraubung.

In der Praxis kommt dieser Anschluss häufig in Garagen, der Werkstatt oder auch im Keller zum Einsatz. Nach dem Anschluss muss die CEE-Steckdose gemessen werden, dabei sollten zwischen den Außenleitern jeweils 400 V und zwischen jedem Außenleiter und dem Neutralleiter 230 V anliegen. Weiterhin ist in Deutschland ein rechtes Drehfeld vorgeschrieben, welches mit einem Drehfeldmessgerät bestimmt werden kann. Sollte bei der Messung ein linkes Drehfeld gemessen werden, reicht es zwei Außenleiter an der Steckdose zu tauschen.