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Teilbereiche der elektrischen Gebäudetechnik

Die Elektrotechnik ist ein Teilgebiet der Gebäudetechnik, welche seit jeher einem großen Wandel untersteht.

Die elektrische Gebäudetechnik kann grob in Teilbereiche aufgeteilt werden, welche jedoch untereinander eigentlich untrennbar miteinander verbunden sind oder zumindest Querverbindungen notwendig machen:

  1. Elektrische Energieversorgung zum Zwecke der
    1. Elektrischen Beleuchtung
    2. Elektrischen Wärmetechnik
    3. Elektrischen Antriebstechnik
    4. Elektrischen Mess-/Regel-/Steuerungstechnik
  2. Kommunikations- und Informationstechnik
    1. Vermittlung und Übertragung von Ton und Bild
    2. Daten-/Informationsübertragung und deren Nutzung
    3. Elektrische Mess-, Regel- und Steuerungstechnik
  3. Mess-, Regel- und Steuerungstechnik
    1. Steuern und Regeln mit Hilfe von Aktoren und Sensoren
    2. Übertragung von Messwerten und Auswertung
  4. Sicherheitstechnik
    1. Einbruchmeldetechnik
    2. Gefahrenmeldetechnik
    3. Präsenz- und Überwachungssysteme

In den jeweiligen Teilbereichen wiederum kann und muss nun eine Unterscheidung sowohl bei der Errichtung der zugehörigen elektrischen Anlagen und Systeme vorgenommen werden, als auch bei deren Anwendung und Betrieb.

Entstehung der elektrischen Gebäudetechnik

Die sog. Elektrifizierung von Gebäuden und damit die elektrische Gebäudesystemtechnik wurde zu Beginn primär durch die elektrische Beleuchtung eingeleitet und kann auf das Jahr 1878 zurückgeführt werden. Wunsch und Ziel war es zunächst Gebäude und Strassen zu beleuchten – unabhängig von Öl, Kerzen und anderen klassischen Brennquellen.
Elementare Grundlage für die Einführung und Bereitstellung der dazu notwendigen elektrischen Energie war die Entdeckung des dynamoelektrischen Prinzips, welches die Basis der elektrischen Energieerzeugung war. Zwar kannte man elektrische Energie aus Batterien, doch diese hatten und haben den gleichen Nachteil wie die zuvor bekannten (Brenn-) Quellen, nämlich das sie sich verbrauchen. Erst durch die Entdeckung des dynamoelektrischen Prinzips konnte man in quasi unbegrenzter Menge elektrische Energie erzeugen.

Die ersten Beleuchtungskörper waren jedoch für den Einsatz in Masse ungeeignet, da deren Produktion und Betrieb sehr aufwendig war. Zudem entstanden im Betrieb der sog. Kohlebogenlampe Geräusche und unangenehme Gerüche. Der eingesetzte „Leuchtstoff“ (hier ist es Grafit, welches aus dem Verkokungsprozess von Kohle stammt) verbrannte stückweise – daher stammte der Geruch. Außerdem hatten diese Leuchten nur eine sehr kurze Lebenszeit von ca. 2-3 Stunden.
Durch Erfindung der Kohlefadenlampe im Jahr 1879 konnten diese Schwachstellen beseitigt werden. Zudem konnte diese Lampe mit einer höheren Spannung betrieben werden als sein Vorgänger. Damit war dann auch das Problem der elektrischen Energieübertragung gelöst. Während die Kohlebogenlampe nur mit einer geringen Spannung betrieben werden konnte, war es mit der Kohlefadenlampe möglich auch mit mehreren 100V zu arbeiten.

Bereits 1884 wurde elektrische Energie über Netze innerhalb Berlins übertragen und stückweise (nicht zuletzt durch die Glühlampe) alltagstauglich gemacht.

Siehe auch