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Fußbodenheizung

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Quelle: www.kermi.de

Grundlagen

Die Fußbodenheizung gehört zur Gruppe der Flächenheizungen. Bei Flächenheizungen wird die Wärme über großflächige Heizelemente abgegeben, die in die Raumbegrenzungsflächen (in diesem Fall den Fußboden) installiert sind. Die Wärmeabgabe erfolgt fast ausschließlich durch Strahlung. Typisch ist, dass wegen der großen Heizfläche niedrige Systemtemperaturen ausreichen, weshalb sich die Fußbodenheizungen ideal für die Kombination mit Brennwerttechnik oder Wärmepumpen eignen. Nachfolgend wird die am häufigsten installierte Form der Fußbodenheizung, die Warmwasser-Fußbodenheizung, beschrieben. Diese ist nach DIN EN 1264 genormt.

Rohrmaterial

Fußbodenheizungsrohre zeichnen sich durch hohe Belastbarkeit, hohe Biegsamkeit und eine hohe Sauerstoffdiffusionsdichte aus. Die äußeren Rohrdurchmesser betragen 10 mm bis 20 mm, die Wanddicken bei Kunststoffrohren 1 mm bis 2 mm und bei Kupferrohren 0,8 mm bis 1 mm. Geliefert werden sie meistens auf Rollen. Zur Kontrolle der verlegten Leitungslänge ist das Rohr meterweise gekennzeichnet.

Beispiel: Rolle, PE-X Rohr

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Quelle: www.kermi.de

Beispiel: Rohrbeschriftung

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Quelle: www.kermi.de

Bei Warmwasser-Fußbodenheizungen verwendet man:

  • Kunststoffrohre aus vernetztem Polyethylen ( Pe-X )
  • Kunststoffrohre aus Polypropylen Typ 2 ( PP )
  • Kunststoffrohre aus Polybuten ( PB )
  • Mehrschicht-Verbundrohre
  • Kupferrohre

Beispiel: PE-X Rohr, Schnitt

Quelle: wwww.kermi.de

Sauerstoffdiffusion

Von Sauerstoffdiffusion spricht man, wenn Sauerstoff von außen durch das Kunststoffrohr in das Heizungswasser eindringt. Bei Anlagen mit älteren, nicht diffusionsdichten Kunststoffrohren führt der Sauerstoff im Heizungswasser zu Korrosionserscheinungen. Es kann sich Rost an den Innenflächen von Kesseln, Heizkörpern und Stahlrohren bilden. Der Fußbodenheizkreis und die dazugehörigen Armaturen können verschlammen.

Beispiel: Verschiedene nicht diffusionsdichte Kunststoffrohre

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Quelle: www.ikz.de

Bei älteren Fußbodenheizungen empfiehlt es sich (beispielsweise im Zuge eines Kesseltauschs) eine [[Systemtrennung von Fußbodenheizung und der restlichen Heizungsanlage herzustellen.

Moderne Heizrohre aus Kunststoff und Mehrschichtverbundrohre sind nach DIN 4729 Sauerstoffdiffusionsdicht und haben eine Restdurchlässigkeit, die weit unter dem maximalen Grenzwert liegt.

Verlegesysteme

Eine Fußbodenheizung ist so aufgebaut, dass im Boden die wasserdurchströmten Heizrohre eingebettet sind. Über den Rohren liegt eine Schicht Estrich mit zusätzlichem Bodenbelag. Unter den Heizrohren befindet sich eine Wärmedämmschicht und die tragende Betondecke. Grundsätzlich unterscheidet man bei den Verlegesystem der Heizrohre die Nassverlegung von der Trockenverlegung.

Nassverlegung

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Quelle: www.kermi.de

Bei diesem Verlegesystem werden die Heizrohre auf der Wärmedämmschicht verlegt und werden anschliessend vom nassen Estrich umschlossen. Die Heizrohre werden durch Klipse auf Verlegematten, Wiederhakenklipse, die in die Wärmedämmung gedrückt werden, Tacker, oder durch Noppen der Wärmedämmung gehalten.

Beispiel: Nassverlegung, Tackersystem

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Quelle: www.kermi.de

Beispiel: Nassverlegung, Tackersystem

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Quelle: www.kermi.de

Beispiel: Nassverlegung, Noppensystem

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Quelle: www.kermi.de

Beispiel: Einbau des Heizungsrohr im Noppensystem

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Quelle: www.kermi.de

Trockenverlegung

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Quelle: www.kermi.de

Bei diesem Verlegesystem werden die Heizrohre in Systemplatten verlegt, die Bestandteil der Wärmedämmschicht sind. Darauf wird eine Trennfolie (meist PE) als Dampfsperre verlegt, so dass der Estrich nicht mit dem Rohr in Verbindung tritt. Zur Verbesserung der Wärmeverteilung kann ein Wärmeleitblech eingebaut werden.

Beispiel: Trockensystem

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Quelle: www.kermi.de

Beispiel: Verlegung Trockensystem

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Quelle: www.kermi.de

Eine andere Variante des Trockensystems ist die Verwendung von Trockenestrichelementen, die als fertige Platten eingebaut werden. Hierbei können, abhängig von der notwendigen Belastbarkeit des Fußbodens, Estrichhöhen von bis zu 20 mm realisiert werden. Solche Systeme sind beispielsweise in der Sanierung beliebt wegen ihrer geringen Aufbauhöhe.

Verlegeformen

Die zwei grundlegenden Formen sind die mäanderförmige (schlangenförmige) und die bifilare (schneckenförmige) Verlegung.

Mäanderförmige

Die mäanderförmige oder auch schlangenförmige Verlegung ist die einfachste Form der Verlegung und wird meistens beim Trockensystem eingesetzt. Sie führt allerdings zu einer ungleichmäßigen Oberflächentemperatur des Fußbodens, da die Heizwassertemperatur von der Vorlaufseite des Heizkreises zur Rücklaufseite, sozusagen von der einen zur anderen Raumseite, abnimmt.

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Quelle: BTZ-Osnabrück

Bifilare Verlegung

Die bifilare oder auch schneckenförmige Verlegung ist die gebräuchlichste Form. Hierbei liegt an jeder Stelle des Heizkreises ein Vorlaufrohr neben einem Rücklaufrohr. Es ergibt sich eine annähernd gleichmäßige Oberflächentemperatur über den gesamten Fußboden. Eine optimale Grundlage für die Behaglichkeit.

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Quelle: BTZ-Osnabrück

Weitere Hinweise