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Montagehinweise bei Fussbodenheizungen

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Quelle: www.kermi.de

Bauseitige Vorraussetzungen

Bevor mit den Verlegearbeiten bei einer Fußbodenheizung begonnen werden kann, müssen einige bauseitige Voraussetzungen erfüllt sein.

  • Die Wände und Decken müssen verputzt, Fenster und Außentüren eingesetzt sein
  • Die Oberfläche des Rohfußbodens darf keine größeren Unebenheiten aufweisen. Der Untergund ist vor der Montage von groben Verunreinigungen zu säubern und besenrein zu fegen
  • Liegt die Rohbetondecke direkt auf dem Erdreich ist eine Bauwerksabdichtung erforderlich. Verträgt sich die Abdichtung nicht mit der Wärmedämmung, ist eine Zwischenfolie einzusetzen.
  • Der Meterriss sollte in allen Räumen deutlich sichtbar eingezeichnet sein
  • Sämtliche Installationsarbeiten sollten abgeschlossen und geprüft sein
  • Aussparungen und Durchbrüche für die Versorgungsleitungen und Verteilerschränke müssen vorhanden sein.

Fußbodenaufbau

Grundlagen

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Quelle: BTZ-Osnabrück

Ein Fußbodenaufbau mit Fußbodenheizung kann, von oben nach unten, typischerweise wie folgt aussehen:

  1. Estrich
  2. Heizrohre ( durch Tacker gehalten )
  3. PE Abdeckfolie
  4. Dämmung
  5. Trittschalldämmung
  6. Dampfsperre
  7. Bauwerksabdichtung
  8. Rohbetondecke

Randdämmstreifen

Grundlagen

Beispiel: Randdämmstreifen mit Überlappungsfolie

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Quelle: www.kermi.de

Randdämmstreifen dienen in erster Linie zur Dämmung von Fußböden und Wänden. Zur Körperschallentkopplung von aufsteigenden Bauteilen, wie Estrichplatten, Trockenestrichplatten, Parkett und Fliesen. Da die genannten Bauteile Trittschall leiten, wird dieser durch Randdämmstreifen abgefangen und vermindert.

Verlegung

Beispiel: Verlegung von Randdämmstreifen

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Quelle: www.kermi.de

Randdämmstreifen werden durchgängig an Wänden und allen anderen aufsteigenden Gebäudeteilen verlegt. Die Überlappungsfolie liegt auf der noch einzubringenden Wärmedämmung auf und sorgt dafür, dass kein Estrich zwischen Randdämmstreifen und Wärmedämmung gelangt. Der überstehende Teil darf erst nach Verlegen des Bodenbelags abgeschnitten werden.

Wärme- und Trittschalldämmung

Grundlagen

Beispiel: Wärmedämmplatte

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Quelle: www.roth.de

Für den Wärmeschutz gibt es viele Wärmedämmmaterialien wie z.B. Polystyrol-, Polyurethan- und Mineralfaser-Platten. Es darf jedoch nur normgerechtes oder mit einer entsprechenden Prüfung ausgestattetes Material verwendet werden. Da die Wärmedämmwerte der am Markt angebotenen Dämmmaterialien sehr unterschiedlich sind, kann keine generelle Dämmschichtdicke für die einzelnen Einsatzfälle festgelegt werden.

Beispiel: Trittschalldämmung

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Quelle: www.roth.de

Trittschalldämmplatten bestehen ebenfalls aus einem Dämmmaterial, sodass sie auch gleichzeitig als Wärmedämmung wirken. Die Dämmwirkung ist jedoch geringer als bei Wärmedämmplatten. Bei der Festlegung der Wärmedämmschichtdicke muss die durch die Trittschalldämmung bereits erbrachte Wärmedämmung berücksichtigt werden.

Verlegung

Bei der Verlegung der Dämmplatten ist darauf zu achten, dass keine durchgehende Fuge bis zur Betondecke entsteht. Man muss also „fugenversetzt verlegen“. Eine dreilagige Verlegung sollte ebenfalls vermieden werden. Je mehr Lagen, umso instabiler wird die Gesamtschicht.

Abdeckfolie

Beispiel: PE-Folie

Quelle: www.roth.de

Zwischen Dämmschicht und dem Estrich ist immer eine Abdeckung zum Schutz der Dämmschicht vorzusehen. Meist wird eine 0,2 mm dicke Polyethylenfolie verwendet. Diese Abdeckung soll verhindern, dass das Estrichwasser in die Dämmung eindringt. Soll ein Fließestrich eingebracht werden, muss die Abdeckung sogar wasserdicht sein.

Beispiel: Verlegung der Folie

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Quelle: www.kermi.de

Systemdämmplatten

Viele Hersteller bieten heute sogenannte Systemdämmplatten an. Dabei handelt es sich um eine Kombination aus Wärme- und Trittschalldämmung. Auch eine extra PE-Folie ist hier nicht mehr nötig, da diese bereits auf den Platten mit integriert ist. Oft ist diese Folie mit einem Raster bedruckt, damit Rohrabstände und eine gerade Rohrführung einfacher eingehalten werden können. Außer als Platten gibt es die Systemdämmung häufig auch auf Rollen.

Beispiel: Systemdämmplatte

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Quelle: www.kermi.de

Beispiel: Systemdämmung auf Rolle

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Quelle: www.kermi.de

Heizrohre

Beispiel: Verlegung auf Systemdämmplatte

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Quelle: www.kermi.de

Die Auswahl des Rohrmaterials hat auf die Wärmeabgabe meistens keinen sehr großen Einfluss. Wichtiger ist die richtige Handhabung bei der Verlegung. Es gilt darauf zu achten, dass die zulässigen Biegeradien nicht unterschritten werden und die Rohrabstände passend gewählt werden. Die Heizrohre können in Abständen von 5 cm bis 30 cm verlegt werden. Der Abstand richtet sich nach der Aufenthaltszone. Hilfe bei der Verlegung der Rohre bieten sogenannte Abrollwagen.

  • Wohn-, Schlaf- und Büroräume: 20 cm - 30 cm
  • Badezimmer: 5 cm - 15 cm
  • Randzonen: 5 cm - 15 cm

Beispiel: Tacker

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Quelle: www.roth.de

Beispiel: Abroller

Quelle: www.roth.de

Estrich

Die Estricharbeiten werden von Fachfirmen ausgeführt. Man unterscheidet für Heizestriche im Wesentlichen Zement- und Anhydrit-Estriche.

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Quelle: www.kermi.de

Zementestrich

Zementestrich muss die Heizrohre um min. 45 mm überdecken. In Ausnahmefällen kann die Überdeckung durch besondere Estrichqualität bis auf 30 mm reduziert werden. Sogenannte Estrich-Zusatzmittel können eingesetzt werden, um die Festigkeit und Verarbeitbarkeit des Estrichs zu verbessern. Durch ausreichende Dehnungsfugen wird verhindert, dass der Estrich nach dem Trocknen reißt.

Anhydrit-Estrich

Anhydrit-Estriche sind dünnflüssiger als Zementestriche und werden daher auch als Fließestriche bezeichnet. Dehnungsfugen sind nur in seltenen Fällen erforderlich. Die Überdeckung der Heizrohre kann bei entsprechender Qualität bis auf 30 mm reduziert werden. Sie sind nur begrenzt für Nassräume wie Bad, WC und Küche geeignet.

Weitere Hinweise