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Auslaufarmaturen für Waschbecken

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Quelle: www.grohe.de

Grundlagen

An Waschtischen können sehr unterschiedliche Auslaufarmaturen Verwendung finden. Es gibt eine Vielzahl von Armaturen, die sich hauptsächlich hinsichtlich ihrer Form, ihrer Funktion, ihrer Montage und Oberflächenbeschichtung unterscheiden. Nachfolgend werden die gebräuchlichsten Auslaufarmaturen beschrieben. Dazu zählen:

  • Einhebelmischer
  • Zweigriffarmaturen
  • Selbstschlussarmaturen
  • Berührungslos gesteuerte Armaturen
  • Auslaufventile

Standbatterien und Wandbatterien

Unterscheidet man Waschtischarmaturen nach der Art ihrer Montage spricht man hauptsächlich von Wand- und Standbatterien. Eine Standbatterie ( siehe Titelbild ) wird über Eckventile unter dem Waschtisch durch biegsame Anschlussrohre oder flexible Schläuche angeschlossen und wird auf dem Waschtischrand befestigt. Bei der Wandbatterie wird der Auslauf 140 bis 180 mm über dem Beckenrand angeordnet. Durch diese Anordnung behindern sie die Reinigung des Beckens nicht.

Beispiel: Wandbatterie

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Quelle: www.grohe.de

Einhebelmischer

Einhebelmischer können am Waschtisch in zahlreichen Designs und Größen auftauchen. Dabei stehen insbesondere Auslaufform und Höhe in direktem Zusammenhang mit der Größe und dem Aussehen des Waschtisches. Eine zusätzliche Armaturenvariante sind Einhebelmischer für offene Warmwasserbereiter.

Beispiel: Einhebelmischer

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Quelle: www.grohe.de

Aufbau und Funktion

Beim Einhebelmischer werden der Wasserfluss und die Temperatur mit einem Griff geregelt. Durch das Anheben des Griffes wird der Durchfluss reguliert und durch das Schwenken wählt man die Auslauftemperatur ( links: warm, rechts: kalt ). Nachteilig bei normalen Eingriffbatterien ist, dass sie oft bis zum Anschlag geöffnet werden. Dadurch fließt meist viel mehr Wasser als nötig. Ein Vorteil ist allerdings, dass sich die gewünschte Wassertemperatur beim Einhebelmischer schneller einstellen lässt als bei der Zweigriffarmatur. Ein weiterer Nachteil ist, dass der Hebel aus optischen Gründen häufig „ auf Mitte “ steht. Dadurch strömt warmes Wasser unnötig aus. Eingriffbatterien mit Spareffekt vermeiden diese Nachteile. Beim Hebelanheben spürt man einen Widerstand. Bis zu diesem Widerstand fließt weniger Wasser. Je nach Bauart werden Einhebelmischer gesteuert durch das

  • Verschieben keramischer Scheiben oder
  • Verdrehen einer Kugel in einem Gehäuse

Nachfolgend beschreiben wir die Technik mit den Keramikscheiben.

Scheiben-Mischtechnik

Entscheidend für die Scheiben-Mischtechnik ist die sogenannte Kartusche. Diese enthält zwei speziell konstruierte Scheiben aus Keramik. Von unten dringt das Wasser zu den Keramikscheiben im Innern der Kartusche vor, von denen die Untere, feststehende Scheibe Schlitze für das warme und kalte Wasser sowie eine Öffnung zum Mischwasserauslauf besitzt. Die obere Scheibe, die auf der unteren gleitet, verfügt über eine große Öffnung in der Mitte. Diese bildet die Mischwasserkammer, welche durch eine Schieberplatte von oben geschlossen wird. Durch die Bewegung der oberen Keramikscheibe nach vorne oder hinten öffnet und schließt sich der Wasserzulauf. Je mehr der Nutzer den Hebel anhebt, umso mehr öffnet sich der Wassereinlass und es fließt mehr aus der Armatur.
Das Schwenken des Hebels nach rechts oder links öffnet und schließt die Schlitze für warmes und kaltes Wasser im gleichen Verhältnis zueinander, so dass auch bei unterschiedlichem Mischverhältnis die gesamte Wassermenge konstant bleibt.

Beispiel 1: Einhebelmischer mit Kartusche

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Quelle: www.grohe.de

Beispiel 2: Arbeitsweise der Kartusche

Installation

Einhebelmischer werden auf dem Waschtisch befestigt. Dazu werden die Anschlussschläuche durch das Ventilloch des Waschtisches gesteckt. Zwischen Armatur und Beckenoberseite wird ein Rundgummiring gelegt, dann von unten zuerst ein Gummidichtring, dann eine Metallscheibe aufgeschoben. Zuletzt wird mit einem Schraubendreher oder Steckschlüssel die Gewindeschraube an der Beckenunterseite angezogen. Nach dem Anschluss des Einhandmischers wird die Ablaufgarnitur installiert. Danach folgt die Prüfung der Anschlüsse auf Dichtheit und abschließend die Funktionsprüfung.

Zweigriffarmatur

Beispiel: Zweigriffarmatur

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Quelle: www.selbst,de

Zweigriffarmaturen haben jeweils einen eigenen Griff für Kaltwasser und Warmwasser. Ein Vorteil dieser Variante ist, wenn es sich nicht um Luxusmodelle mit besonderer Form bzw. veredelter Oberfläche handelt, der günstige Anschaffungspreis. Ein Nachteil ist, dass die Mischtemperatur schwer gleich zu halten ist, wenn sich der Leitungsdruck oder die Warmwasser-Zuflusstemperatur ändert. Außerdem dauert das Einregeln der Mischwassertemperatur einige Zeit. Währenddessen geht relativ viel Wasser und Energie ungenutzt verloren.

Montage

Beispiel 1: Montage

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Quelle: www.selbst.de

Zweigriffarmaturen werden auf dem Waschtisch befestigt. Dazu werden die Anschlussschläuche durch das Ventilloch des Waschtisches gesteckt ( siehe Bild 1 ). Zwischen Armatur und Beckenoberseite wird ein Rundgummiring gelegt, dann von unten zuerst ein Gummidichtring, dann eine Metallscheibe aufgeschoben. Zuletzt wird mit einem Schraubendreher oder Steckschlüssel die Gewindeschraube an der Beckenunterseite angezogen ( siehe Bild 2 ).

Beispiel 2: Montage

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Quelle: www.selbst.de

Selbstschlussarmaturen

Beispiel: Selbstschlussarmatur

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Quelle: www.grohe.de

Selbstschlussarmaturen öffnen auf Knopf- oder Hebeldruck und schließen selbsttätig nach einer bestimmten Zeit. Die Laufzeit lässt sich bei der Installation zwischen 5 und 60 Sekunden einstellen. Sie werden vor allem an öffentlich zugänglichen Waschtischen eingesetzt. Beispielsweise in sanitären Anlagen von Gast- und Raststätten, Amtsgebäuden und Bahnhöfen.

Funktion

Durch die Betätigung des Druckknopfes wird das Ventil geöffnet und ein eine Druckfeder gespannt. Der Druck des durch das Ventil stömenden Wassers verhindert, dass es gleich wieder schließt. Durch ein kleines Loch strömt Wasser in eine hinter der Feder liegende Kammer. Die Druckkraft in der hinteren Kammer ist nach kurzer Zeit so stark, dass das Ventil wieder schließt.

Beispiel: Funktion einer Selbstschlussarmatur

Berührungslos gesteuerte Armaturen

Beispiel: Elektronische Selbstschlussarmatur

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Quelle: www.grohe.de

Weitere Hinweise