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Sicherheitsarmaturen in Trinkwasseranlagen

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Quelle: www.flamco.de

Grundlagen

Eine Sicherheitsarmatur ist eine Armatur, die durch selbsttätiges Schalten aus der Offen- oder Geschlossenstellung Abweichungen von einem vorgegebenem Betriebszustand verhindert. Ist der vorgegebene Betriebszustand wiederhergestellt, schaltet sie in die Ausgangsstellung zurück. Sicherheitsarmaturen dürfen nicht verwechselt werden mit den Sicherheitseinrichtungen (-maßnahmen) in der Trinwasserinstallation.

Zu den Sicherheitsarmaturen gehören:

  • Sicherheitsventil
  • Thermische Ablaufsicherung

Sicherheitsventil

Beispiel: Sicherheitsventil (10bar) für Trinkwasseranlagen (blaue Kappe)

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Quelle: www.flamco.de

Sicherheitsventile werden verwendet, um zu hohe und unzulässige Betriebsdrücke zu verhindern. Bei einem zu hohen Druck öffnen sie, der Druck wird abgebaut und sie schließen, wenn der Druck in der Anlage den Einstellwert wieder unterschreitet.

Funktion

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Quelle: www.flamco.de

In einem Wassererwärmer dehnt sich beim Aufheizen das Wasser aus. Dadurch steigt der Druck. Erreicht er den Einstelldruck des Sicherheitsventil, wird die Kraft gegen die Ventildichtung größer als die Schließkraft der Feder - Das Ventil öffnet bis das Ausdehnungswasser über die Abblaseleitung entwichen ist und schließt dann durch die Federkraft. Die Membran im Sicherheitsventil verhindert, dass Wasser in den oberen Teil des Ventils gelangt.

Hinweise

Sicherheitsventile werden vom Hersteller auf ihren Ansprechdruck fest eingestellt und verplombt. Für Trinkwassererwärmer gibt es sie für 6 bar und 10 bar. Der maximale Druck in der Kaltwasserleitung muss mindestens 20% kleiner sein als der Ansprechdruck des Sicherheitsventil - Wenn nicht, ist ein Druckminderer einzubauen.

Mindestgröße von SV für Trinkwassererwärmer:

DNWasserinhalt in LiterHeizleistung in kW
15 < 200< 75
20 < 1000< 150
25 < 5000< 200

Generell gilt für Sicherheitsventile:

  • Sie müssen mit Membran ausgestattet, federbelastet und bauteilgeprüft sein (TÜV-Kennzeichen)
  • Ihr Abgangsstutzen muss eine DN größer als ihr Eingangsstutzen
  • Sie müssen der Technischen Regel für Dampfkessel - TRD 721 - entsprechen

Anschluss und Montage

Sicherheitsventile sind vor Wassererwärmern an die Kaltwasserleitung anzuschließen, weil im Kaltwasser die Verkalkung geringer als im Warmwasser ist. Grundsätzlich sind sie so zu installieren, dass Fremdkörper möglichst nicht an den Ventilsitz gespült werden und kaum Stagnationswasser entsteht. Außerdem sind Sicherheitsventile über der Oberkante des Speichers anzuordnen, damit bei Reparaturen der Speicher nicht entleert werden muss. Wichtig ist, dass zwischen Sicherheitsventil und Speicher keine Absperrarmatur und kein Rückflussverhinderer eingebaut wird.

Abblaseleitung

Die Abblaseleitung muss mindestens eine Nennweite größer als die Zuflussleitung sein und sie darf nicht verschließbar sein. Außerdem muss sie sichtbar über einen Trichter oder einem Entwässerungsgegenstand innerhalb von Gebäuden enden. Weiterhin darf sie höchstens zwei Bögen enthalten und nicht länger als 2m sein. Wird die Nennweite um 1 DN erweitert, erhöht sich die maximale Anzahl der Bögen auf drei und die maximale Länge auf 4m.

Sicherheitsgruppen

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Quelle: www.flamco.de

In einer Sicherheitsgruppe sind alle Armaturen kombiniert, die zum Anschluss eines geschlossenen Wassererwärmers nötig sind(Sicherheitsventil, Doppelabsperrung, Rückflussverhinderer mit Prüfeinrichtung, Trinkwasser-MAG). Sicherheitsgruppen haben den Vorteil, dass sie Platz und Montagezeit ersparen.


Thermische Ablaufsicherung

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Quelle: www.oventrop.de

Thermische Ablaufsicherungen sichern Anlagen, die mit festen Brennstoffen beheizt werden, vor Temperaturen > 90°C. Sie öffnen selbsttätig bei Erreichen der Wassertemperatur von 90°C. Heißes Wasser fließt aus dem Warmwassererwärmer ab, kaltes Wasser strömt nach und senkt die Temperatur.