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Vorwandinstallationen

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Beispiel: Vor einer Innenwand angeordnete Vorwand zur Montage eines WCs und zwei Urinalen

Grundlagen

Beim Ausbau von Sanitärräumen muss eine Vielzahl von Rohrleitungen und Kabeln verlegt werden. Dies darf nicht zur Beeinträchtigung der Statik des Gebäudes führen. Darüber hinaus ist der Brand-, Schall-, Feuchte- und Wärmeschutz einzuhalten. Da Abwasserleitungen und wärmegedämmte Warm- und Kaltwasserleitungen einen großen Durchmesser haben, kann man nicht ohne weiteres Wände einschlitzen und aufstemmen, um diese Leitungen unter Putz zu verlegen. Damit die zahlreichen Rechtsvorschriften, DIN-Normen und Richtlinien eingehalten werden können, bleiben nur wenige Möglichkeiten für eine fachgerechte Installation. Eine Möglichkeit besteht darin, die Leitungen vor der Wand zu installieren und im Anschluss zu ummauern bzw. zu bekleiden. Man spricht dann von der sogenannten Vorwandinstallation.

Vorteile

Die Vorwandinstallation bietet eine Reihe von Vorteilen, dazu zählen:

  • Zeitersparnis und damit Kosteneinsparung
  • Keine Stemmarbeiten nötig
  • Auch bei tragenden Wänden möglich
  • Staub, Schmutz und Lärm wird vermieden
  • Erleichterung der Einhaltung der DIN-Normen für Schall-, Brand-, Feuchte- und Wärmeschutz
  • Großzügige und freie Rohrführung ist möglich
  • Es entstehen zusätzliche Ablageflächen
  • Neue Gestaltungsmöglichkeiten

Variationen

bei Vorwandinstallationen unterscheidet man folgende Methoden:

  • Nutzung von Montagehilfen
  • Nutzung von Montagerahmen
  • Nutzung von Installationsbausteinen / -blöcken

Montagehilfen und Montagerahmen

Beispiel: Wand WC-Montagehilfe (Spülkasten) für Nassbauweise

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Quelle: www.geberit.de

Die von der Technik einfachste Variante ist die Befestigung von Leitungen, Armaturen und Halterungen direkt auf der Wand. Bei dieser konventionellen Methode werden Montagehilfen direkt an der Wand montiert. Montagehilfen gibt es für die üblichen Sanitärgegenstände wie Wand-WC (Beispiel), Wand-Bidet, Waschtisch, Urinal und Dusche. Diese Montagehilfen dienen vor allem als Hilfe zur Fixierung der Rohrleitungen im Abstand der gängigen Montagemaße und zur späteren Befestigung der Sanitärobjekte. Höhen werden grundsätzlich vom Meterriss ausgehend eingemessen. Die Montagehilfen werden um- bzw. eingemauert (Nassbauweise), sodass eine zweite Wand entsteht aus der dann wiederum nur die Anschlüsse hervorschauen (Titelbild). Diese Variante verzichtet auf einen Gerüstaufbau, was zwar unter Umständen die Maßnahme verbilligt, aber eventuell mehr Unwegbarkeiten mit sich bringt (Genauigkeit, Flexibilität).

Nutzung von Montagerahmen

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Quelle: www.geberit.de

Eine weitere Möglichkeit ist die Verwendung von Montagerahmen. Diese Gerüste werden an der Wand oder am Boden verschraubt; alle Leitungen, Anschlüsse und z. B. Spülkästen werden im Rahmen befestigt bzw. innerhalb des Rahmens verlegt. Verkleidet werden diese Gerüste dann mit feuchtebeständigen Gipskarton- oder Spanplatten. Auf dieser Platte werden dann die Ausstattungsobjekte wie Wasch-, Toilettenbecken, Urinal, Bidet, Dusch- und Badewanne mit den Anschlüssen verbunden. Montagerahmen aus stabilen, selbsttragenden Profilstahlrahmen oder Blechprofilen nehmen die Belastung auf. Sie sollten nicht aus- bzw. ummauert werden, sondern mit Rahmen, Ständer und den Rohrleitungen in Schienensysteme oder in Leichtbauwände eingebunden werden. Montageständer werden direkt an die Wand geschraubt oder in Einzelschienen bzw. durchgehenden Wandschienen eingehängt. Am Fußboden werden sie höhenverstellbar befestigt. Immer lassen sich dabei Schalldämmplatten einfügen. Mit Hilfe durchgehender Wand- bzw. Bodenschienen lassen sie sich leichter „in Flucht bringen“ als einzeln montierte Elemente. In den Schienen eingehängte bzw. geführte Ständer sind schnell und exakt zu befestigen.

Nutzung von Installationsbausteinen (-blöcken)

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Quelle: www.geberit.de

Einen Schritt weiter sind Installationsbausteine, die bereits ab Werk alle im Badezimmer benötigten Ver- und Entsorgungsleitungen, Befestigungen und Anschlüsse vorkonfektioniert enthalten. Teilweise werden die Sanitärgegenstände direkt mitgeliefert. Der Baustein braucht nur noch im Bad aufgestellt und mit den Zu- und Abwasserleitungen verbunden werden.

Vorwandinstallation im Leichtbau und Trockenbau

Beim Trockenbau werden leichte Trennwände in Skelettbauweise erstellt. Die Tragekonstruktion, das Ständerwerk, besteht meist aus verzinktem Profilschienen eines Vorwandsystems. Für Rohrleitungen in der Wand sind Doppelständerwände mit entsprechendem Zwischenraum für die Rohrleitungen nötig. Die Metallprofile dürfen aus Stabilitätsgründen nicht an- oder ausgeschnitten werden. Zwischen die Metallständer können Montageelemente für Sanitärgegenstände eingesetzt werden.

Beim Trockenbau wird danach mit wasserfesten Wandplatten, meist Gipskartonplatten verkleidet. Gemauert wird im Trockenbau nicht.

Weitere Informationen zur Bauweise finden Sie hier: Bauweisen

Planung

Informationen zur Planung von Vorwandinstallationen finden Sie hier: Planung