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Aussenwand Blockbau

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Abb. 1 Restauriertes Blockhaus in Schweden mit Variante eines französichen Eckblatts
Quelle: Bubiza

Grundlagen

In Deutschland nimmt der Blockbau eine eher untergeordnete Stellung ein und ist am häufigsten im süddeutschen Raum zu finden. In der Alpenregion und in Skandinavien ist der Blockbau hingegen relativ stark vertreten und ein wesentlicher Bestandteil der Baukultur.

Für den Wand- Decken- und Dachbereich werden fast ausschließlich Nadelhölzer verwendet. Wegen ihres geraden Wuchses und der Länge der Baumstämme kommen Fichte, Kiefer, Tanne und Douglasie zum Einsatz.

Bauweisen

Beim Blockhausbau werden generell zwei grundlegende Formen unterschieden:

  • Naturstamm
  • maschinell bearbeitete Kantholz- oder Rundholzbalken

Des Weiteren werden Blockbauwände in der Art des Wandaufbaus unterschieden in:

  • Vollblockwände
  • Mehrschichtige Blockwände
  • Doppelblockwände

Naturstammbauweise

Bei der Naturstammbauweise werden Rundstämme verwendet, die entweder in ihrer natürlichen runden Form (nachfolgend im linken Bild zu sehen) oder aber seitlich abgeflacht (nachfolgend im rechten Bild zu sehen) verbaut werden. Die Bearbeitung der Stämme erfolgt häufig ausschließlich mit Handmaschinen wie Kettensäge und Hobel, sowie Handwerkzeugen wie Axt und Beil.

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Abb. 2 (links) Vollblockwand aus Rundstämmen; Abb. 3 (rechts) Vollblockwand aus seitlich abgeflachten Rundstämmen
Quelle: Bubiza, Grundwissen moderner Holzbau

Maschinell bearbeitete Kantholz- und Rundholzbalken

Bei maschinell bearbeiteten Kantholz- oder Rundholzbalken gibt es eine Vielzahl verschiedener Varianten. Durch die moderne Klebetechnik ist die Angebotspalette noch größer geworden.

Vollblockwände

Einschalige Vollblockwände bestehen aus aufeinander geschichteten Rundstämmen oder Balken. Die Hölzer sind an den Kreuzungspunkten der Außenecken miteinander verblattet.

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Abb. 3 Vollblockwand Rundholz; Abb. 4 Vollblockwand Kantholz
Quelle: Bubiza, Grundwissen moderner Holzbau

Bei Kantholzblockbalken sind in der Regel Fugen mit Doppelnut- und Federverbindungen ausgebildet. Rundhölzer sind meist auf der Unterseite Konkav eingefräst, sodass sie sich auf die Konvexe Oberseite des darunter liegenden Holzes legen. Teilweise werden zusätzlich sogenannte Windfedern in die obere Auflagernut mit eingefräst. Zur Herstellung der Wind- und Schlagregendichtheit werden vorkomprimierte Dichtungsbänder aus Schaumstoff zwischen die Auflager der einzelnen Hölzer gelegt. Es können aber auch ökologische Dichtungsmaterialien in Form von Flachs oder Schafwolle verwendet werden. In historischen Blockwänden finden sich häufig auch Moose und Flechten.

Mehrschichtige Blockwände

Um bei Blockhaus-Außenwänden niedrige U-Werte zu erzielen sind bei Vollblockwänden große Holzquerschnitte nötig. Um die Holzquerschnitte und gleichzeitig die U-Werte der Außenwände zu reduzieren gibt es auch im Blockbau mehrschichtige Wandkonstruktionen. Hierbei wird eine zusätzliche Wärmedämmung auf die Blockbalkenwand aufgebracht (in der Regel auf der Außenseite, da dies Bauphysikalisch günstiger ist und die Blockbalkenoptik im Innenraum erhalten bleibt). Die Wärmedämmung wird dann mit Profilbrettern, Holzwerkstoffen oder anderen Bauplatten bekleidet. Bei diesem Wandaufbau ist es sehr wichtig, dass die massive Blockwand mit der zusätzlichen Konstruktion über gleitende Anschlüsse verbunden wird, um Bauschäden durch Quellen und Schwinden der Blockbalkenwand zu vermeiden.

Eine weitere Variante für mehrschichtige Blockwände ist die Doppelblockwand. Dieser Wandaufbau besteht aus einer inneren- und einer äußeren Blockbalkenwand. In den Zwischenraum wird eine Wärmedämmung eingebracht. Da die Anforderungen an den modernen Wohnungsbau in Bezug auf Wärme- und Schallschutz mit diesem Wandaufbau am einfachsten erfüllt werden können, setzt er sich mehr und mehr gegenüber den klassischen Vollblockwänden durch.

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Abb. 5 und 6 mehrschichtige Blockwände
Quelle: Bubiza, Grundwissen moderner Holzbau

Schwinden und Quellen / Setzungen

Da beim Blockhausbau, anders als beim Holzrahmenbau, viele Holzquerschnitte quer zur Faser übereinander geschichtet werden, hat das Quell- und Schwindverhalten von Holz einen großen Einfluss auf die Konstruktion und muss schon bei der Planung berücksichtigt werden. Langjährige Messungen haben ergeben, dass sich in den Außenwänden eine Holzausgleichsfeuchte von 12 bis 14 % einstellt, daher ist es besonders wichtig die Holzfeuchte vor Verarbeitung der Hölzer zu messen, um zu verhindern, dass zu feuchtes Holz eingebaut wird und große Setzungen auftreten. Grundsätzlich ist aber immer mit einem gewissen Maß an Setzungen zu rechnen, dies muss konstruktiv berücksichtigt werden.

Das folgende Bild zeigt ein Detail auf einer Baustelle der schwedischen Blockhausfirma Byggmästare Erikssen. Die Setzung der Außenwände gegenüber der auf das endgültige Maß geschnittenen Pfosten des Vordaches wurden berechnet. Die Keile werden über einen Zeitraum von etwa zwei Jahren kontinuierlich herausgeschlagen, bis die Pfetten in ihrer endgültigen Position auf den Pfosten aufliegen.

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Abb. 7 Blockhausbaustelle der Firma Byggmästare Erikssen in Schweden
Quelle: Bubiza

Um zu verhindern, dass unerwünschte Lasten in Folge von Quell- und Schwind- Vorgängen auf Fenster und Türen abgeleitet werden, müssen beim Einbau dieser Bauteile besondere konstruktive Maßnahmen erfolgen. Daher werden Blockwände an Öffnungen in Zargen mit Nut eingeschoben, sodass ein Gleitlager entsteht. Die Fugen werden dann innen und außen mit Deckleisten versehen. Im oberen Bereich von Rohbauöffnungen in Blockbauwänden sollte grundsätzlich ebenfalls ein Bewegungsspielraum eingeplant werden. Je nach verwendeten Querschnitten und Balkenformen sind verschiedene Toleranzen einzuplanen, entsprechende Details zu verschiedensten Anwendungsfällen sind von der Deutschen Blockhaus Akademie (DBA) entwickelt und veröffentlicht worden.

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Abb. 8 Spannungsfreier Fenstereinbau (noch ohne seitliche Abdeckungen)
Quelle: Bubiza, Grundwissen moderner Holzbau

Die nachfolgende PDF zeigt ein Detail der DBA für den wind- und Schlagregendichten Anschluss von Fenstern.

:Detail Fensteranschluss DBA

Quelle: http://www.blockhausakademie.de/index.php

Wind- und Luftdichtigkeit

Blockbau-Außenwände müssen genau wie Außenwände anderer Bauweisen innen Luftdicht und außen Winddicht ausgeführt werden. Dies ist beim modernen Blockhausbau durch die passgenaue Herstellung der Holz-Holz Verbindungen in Kombination mit verschiedenen Dichtungsbändern relativ problemlos möglich. Auch die luftdichte Herstellung gleitender Anschlüsse ist beispielsweise mit silikonisierten Dichtungsbändern möglich.

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Abb. 9 Bei der Montage eingelegte Dichtungsbänder
Quelle: Bubiza, Grundwissen moderner Holzbau