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Steildach

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Abb. 1 Modell eines Pfettendachstuhls
Quelle: Bubiza

Grundlagen

Dächer sind unterschiedlich stark geneigte Flächen, die ein Bauwerk nach oben hin abschliessen. Sie stellen als äußere Hülle des Gebäudes eine tragende Konstruktion dar und übernehmen eine wichtige Funktion zum Schutz des Gebäudeinneren vor Niederschlägen, Wind, Wärme, Kälte und Lärm. Zudem nehmen Dächer Lasten aus Wind und Schnee auf und leiten diese zu den tragenden Wänden des Gebäudes weiter. Grundsätzlich werden geneigte Dächer von Flachdächern unterschieden.

Geneigte Dächer lassen sich sowohl aufgrund ihrer Dachform als auch aufgrund ihrer Dachkonstruktion in verschiedene Grundtypen aufteilen.

Der große Verbreitung von Dachkonstruktionen aus Holz liegt in dem günstigen Eigengewicht der Tragkonstruktionen begründet.Durch den immer größerer werdenden Bedarf an Wohnfläche werden Dachräume immer wichtiger als Bestandteil der allgemeinen Nutzung eines Gebäudes. Im Gegensatz zu früher gibt es daher immer mehr Wohn- und Arbeitsflächen in dafür ausgebauten Dachgeschossen.

Dachteile

In der nachfolgenden Abbildung sind wesentliche Dachteile mit deren Bezeichnung dargestellt.

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Abb. 2 Dachbereichsbezeichnungen
Quelle: Bubiza

Dachformen

Geneigte Dächer lassen sich am besten aufgrund ihrer Dachform unterscheiden. Es gibt einige charakteristische Grunddachformen aus denen zahlreiche Mischformen oder auch zusammengesetzte Formen entstehen können. Die Wahl einer Dachform wird durch verschiedene Kriterien beeinflusst. Zunächst steht die Schutzfunktion im Vordergrund. So bieten sich in Regenreichen Gebieten eher steile Dachkonstruktionen an, um ein schnelles und gezieltes Abfließen des Wassers zu ermöglichen. In Schneereichen Gebieten werden hingegen vorwiegend flacher geneigte Dachformen mit großen Dachüberständen gewählt, um Schäden durch abrutschende Schneemassen zu vermeiden.

Ein weiteres wichtiges Kriterium bei der Wahl der Dachform ist die geplante Nutzung des Dachraums. Soll der Dachraum als Wohnfläche dienen, bieten sich eher steil geneigte Dächer an, da diese die größte Raumhöhe im Dachgeschoss ermöglichen.

Nachstehend sind die wichtigsten Faktoren aufgeführt, die einen Einfluss auf die Wahl der Dachform haben können.

  • Grundrissform / Gebäudegeometrie
  • Vorgaben aus Bebauungsplänen
  • Wirtschaftlichkeit (Nutzfläche, Baukosten)
  • Architektur
  • Standort (Region, Nachbarbebauung)
  • Eindeckungsmaterial (Mindestdachneigungen)
  • energetische Nutzung (Solarthermie- und Photovoltaikanlagen)

Satteldach

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Abb. 3 Satteldach
Quelle: Bubiza

Das Satteldach besteht aus zwei gegeneinander geneigten Flächen, die sich in der Firstlinie treffen. Die Dachflächen werden in der Gebäudelängsrichtung durch die Giebelwände begrenzt. Satteldächer sind die am weitesten verbreitete Dachform, da sie sich konstruktiv und architektonisch bewährt haben. Sie sind aufgrund des einfachen Konstruktionsprinzips relativ kostengünstig und bieten die Möglichkeit zahlreicher Varianten. Durch Anpassung der Dachneigung lassen sich Satteldächer leicht mit anderen Dachformen kombinieren und können den Gebäudegrundrissen angepasst werden.

Pultdach

pult.jpgAbb. 4 Pultdach
Quelle: Bubiza

Pultdächer stellen mit ihren einseitig geneigten Dachflächen halbe Satteldächer dar und gewinnen vor allem aus architektonischen- und gestalterischen Gründen immer mehr an Bedeutung.

Eine sehr beliebte Variante stellen die versetzten Pultdächer dar. Hier werden zwei Dachflächen in unterschiedlichen Höhen angeordnet. Durch die meist relativ flach geneigten Dachflächen lässt sich der Wohnraum im Dachgeschoss optimal nutzen. Die im Firstbereich (Versatz) entstehende Aussenwandfläche kann durch den Einbau von Fenstern für eine zusätzliche Belichtung und Belüftung des Dachraums genutzt werden.

pult_versetzt.jpgAbb. 5 versetztes Pultdach
Quelle: Bubiza

Eine weitere Variante der Pultdächer sind die Scheddächer. Diese setzen sich aus mehreren parallel hintereinander liegenden Pultdächern oder auch asymmetrischen Satteldächern zusammen. Scheddächer finden hauptsächlich bei Werk- und Produktionsstätten Anwendung, da die Verglasungen der senkrechten Teile eine gute Belichtung der Hallen ermöglichen.

scheddach.jpgAbb. 6 Scheddach
Quelle: Bubiza

Walmdach

Bei einem Walmdach werden die lotrechten Giebelseiten des Satteldaches durch geneigte Dachflächen, die Walmflächen, ersetzt. Die Trauflinie liegt umlaufend (Hauptdach- und Walmseite) auf einer Höhe. Durch die Walmflächen kann das Gebäude optimal vierseitig vor Witterungseinflüssen geschützt werden.

walm.jpgAbb. 7 Walmdach
Quelle: Bubiza

Krüppelwalmdach

Bei einem Krüppelwalmdach liegen die Walmtraufen (meist deutlich) höher als die Hauptdachtraufen. Teilweise wird auch von einem Halbwalmdach gesprochen.

krueppelwalm.jpgAbb. 8 Krüppelwalmdach
Quelle: Bubiza

Zeltdach

Durch den Wegfall der Firstlinie eines Walmdaches entsteht ein Zeltdach. Zeltdächer haben in der Regel gleich geneigte und gleich große Dachflächen. Da diese Dachform nur auf quadratischen (Pyramidendach) oder annähernd quadratischen Grundrissen ausgebildet werden kann, kommt sie eher selten vor.

zelt.jpgAbb. 9 Zeltdach
Quelle: Bubiza

Mansarddach

Durch die Ausbildung eines Dachbruches bei Sattel-, Walm- oder auch Zeltdächern entstehen Mansarddächer. Durch den Dachbruch ergibt sich innerhalb der Dachflächen eine Veränderung der Dachneigung. Der untere Teil der Dachfläche hat eine steilere Dachneigung als der obere Teil, dadurch ist eine Nutzung des Dachgeschosses besser möglich.

Mansarddächer sind in ihrer Herstellung und Montage relativ aufwändig, da sie praktisch aus zwei Dachkonstruktionen bestehen. Das untere Mansardgeschoss wird wird meist als Pfettendach mit stehendem oder liegendem Stuhl ausgebildet, die obere Dachkonstruktion kann sowohl als Pfettendach oder auch als Sparrendach ausgeführt werden.

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Abb. 10;11 Mansarddach; Mansardwalmdach
Quelle: Bubiza