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Holzständer-Innenwände

Abb. 1 tragende Innenwand in klassischer Holzrahmenbauweise, einseitig beplankt. Fertigstellung bauseits.
Quelle: Bubiza

Grundlagen

Die Innenwände eines Hauses erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Sie dienen insbesondere der Raumaufteilung, haben jedoch auch zahlreiche bauphysikalische und ggf. statische Anforderungen zu erfüllen. Hauptanforderungen an Innenwände können sein:

Im Holzrahmenbau werden Innenwände hauptsächlich aus Holzständern oder Metallprofilen errichtet. Diese können zeit- und kostensparend erstellt werden und vermeiden durch die Trockenbauweise den Eintrag von Baufeuchte. Haustechnische Installationen wie Elektro-, Wasser-, und Heizungsleitungen können innerhalb der Konstruktion leicht verlegt werden.

Grundsätzlich lassen sich Innenwände in tragende- und nicht tragende Innenwände unterscheiden. Entscheidend für die Art der Konstruktion sind die sich aus der späteren Nutzung ergebenden Anforderungen an die Wand.

Besonders sorgfältiger Planung bedarf der Anschluss von Innenwänden an angrenzende Bauteile wie Böden und Decken da diese Bereiche in Bezug auf Schallschutz und Bauwerksbewegungen besonders sensibel sind.

tragende- / nicht tragende Innenwände

Tragende Innenwände kommen immer dann zum Einsatz, wenn Lasten im Bauwerk über die Innenwände abgeleitet werden sollen. Dies können beispielsweise Lasten aus aufgelagerten Decken und darüber liegenden Wänden sein.

Des Weiteren können Innenwände zur Aussteifung des Bauwerks beitragen.

Entscheidend für die Dimensionierung einer tragenden Innenwand sind somit Art und Größe der Beanspruchungen, die auf die Wand einwirken.

Die Hauptaufgabe nicht tragender Innenwände ist die Raumaufteilung, in der Regel geht dies einher mit Anforderungen an Schallschutz und teilweise auch Brandschutz. Sie können keine Lasten aus Decke oder Dach abtragen und sind daher oft schlanker dimensioniert als tragende Innenwände.

Ständerwerk

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Abb 2. 3-D Modell der tragenden Innenwand
Quelle: Bubiza

Das Ständerwerk einer tragenden Innenwand besteht in der Regel, genau wie bei Außenwänden, aus Konstruktionsvollholz (KVH). Die Querschnitte sind hier allerdings meist kleiner, da nicht so große Dämmstoffdicken, wie bei einer Außenwand erforderlich sind. Man spricht hier auch von einer Hohlraumbedämpfung, diese hat hauptsächlich eine schallabsorbierende Funktion. Daher wird bei Innenwänden häufig nicht der gesamte Hohlraumquerschnitt der Wand gedämmt. In Abhängigkeit von der statischen Beanspruchung sind Wandstiele in den Abmessungen 60 x 80/100/120 mm gebräuchlich.

Wandaufbau / Beplankung

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Abb. 3 Wandschichten
Quelle: Bubiza

Tragende Innenwände mit aussteifender Funktion werden meist ein- oder beidseitig mit Holzwerkstoffplatten beplankt. Holzwerkstoffplatten haben zudem gegenüber Gipswerkstoffplatten den Vorteil, dass problemlos größere Lasten wie Hängeschränke etc. befestigt werden können. Die aussteifenden Holzwerkstoffplatten werden meist noch mit Gipswerkstoffplatten bekleidet, diese können dann verputzt oder tapeziert werden.

Vor allem bei nichttragenden Innenwänden kann aber auch, je nach Anwendungsbereich, eine einfache oder doppelte Beplankung aus Gipswerkstoffplatten ausreichend sein.

Grundsätzlich kann eine Beplankung einfach oder doppelt aufgebracht werden. Eine doppelte Beplankung erhöht erheblich die Steifigkeit der Konstruktion und bringt Verbesserungen in Schall- und Brandschutz. Bei mehrlagiger Beplankung werden die Plattenlagen mit versetzten Stößen montiert.

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Abb. 4 Doppelt mit Gipsplatten beplankte Trockenbauwand. Die Stöße wurden versetzt angeordnet und auf der unteren Plattenlage bereits verspachtelt.
Quelle: Bubiza

Anschluss an angrenzende Bauteile

Randdämmstreifen

Aus Gründen des Schallschutzes und zur Entkopplung einer Innenwand von angrenzenden Bauteilen wie Boden und Decke, sollten grundsätzlich Randdämmstreifen zwischen den flankierenden Hölzern der Innenwand und angrenzenden Bauteilen angeordnet werden. Randdämmstreifen (auch Schalldämmstreifen genannt) gibt es aus verschiedenen Materialien, z.B.:

  • Holzfasern
  • Hanf- / Flachsfilz
  • Kokosfasern
  • Schaumstoffe

Abb. 5 Schaumstoff-Randdämmstreifen / Entkopplungsband mit einseitiger Klebefläche
Quelle: Bubiza

Fußbodenanschluss

Beim Fußbodenanschluss ist es aus Gründen des Schallschutzes am besten, wenn der schwimmende Estrich gegen die Innenwand läuft, also komplett unterbrochen ist. Ist dies nicht möglich, sollte der Estrich mit einem flexiblen Schnitt im Bereich des Wandanschlusses getrennt werden um eine Schallübertragung durch den Fußbodenaufbau in den Nebenraum zu minimieren. (Unterbrechung der Schallnebenwege) Beide Varianten werden nachfolgend am Beispiel von Metallständerwänden gezeigt, das Prinzip gilt aber genauso für Innenwanände mit Holzständerwerk.

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Abb. 6 Fußbodenaufbau ist getrennt, Innenwand steht auf Rohdecke auf (Anordnung eines Randdämmstreifens unter der Schwelle).
Quelle: Bubiza

trockenbauwand_trennschnitt_estrich_1.jpgAbb. 7 Schallentkoppelnder Schnitt im Estrich und Randdämmstreifen unter der Schwelle.
Quelle: Bubiza

Deckenanschluss

Ähnlich wie beim Fußbodenanschluss, sollten Innenwände auch beim Anschluss an die darüber liegende Decke bis an die Rohbaukonstruktion geführt werden, sodass dann die untere Beplankung der Decke vor die Innenwand stößt. Ist dies nicht möglich, z.B. wenn eine Innenwand nachträglich eingebaut wird, sollte in der Deckenbeplankung im Bereich des Wandanschlusses eine Trennfuge konstruiert werden.