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Kontrollierte Wohnraumlüftung

Durch kontrollierte Wohnraumlüftung soll gesunde Raumluft und ein hoher Raumkomfort mit niedrigem Energieaufwand und somit geringen Heizkosten realisiert werden.

Lüftungskonzept

Die Lüftung eines Gebäudes erfolgt immer dann kontrolliert, wenn unabhängig von Wetter und Windverhältnissen die von außen zugeführten Luftmengen und die nach außen abgeführten Luftmengen dem Bedarf angepasst werden können.

Die vier Lüftungsstufen

Für Wohngebäude wird der Bedarf in der DIN 1946 Teil 6 festgelegt (siehe auch Lüftungstechnische Maßnahmen). Insgesamt werden vier Stufen der Lüftungsanforderungen definiert. Ausgangspunkt ist die Nennlüftung, die für den Normalbetrieb eines Wohngebäudes notwendig ist und die hygienischen und gesundheitlichen Erfordernisse bei planmäßiger Nutzung sicherstellt. Die Luftmenge für die Nennlüftung wird in Abhängigkeit von der Nutzfläche einer Nutzeinheit, also einer Wohnung, ermittelt. 30% der Luftmenge für die Nennlüftung beträgt die Lüftung zum Feuchteschutz, die unabhängig von der Nutzung eine minimale Luftmenge angibt, die erforderlich ist, um Feuchteschäden und Schimmel zu vermeiden. Für Gebäude, die vor 1995 errichtet und nicht umfassend saniert wurden, beträgt die Lüftung zum Feuchteschutz 40% der Nennlüftung. Für intensiven Betrieb in einer Nutzungseinheit ist die Intensivlüftung vorgesehen, sie beträgt 130% der Nennlüftung. Bei zeitweiliger Abwesenheit kann die Luftmenge auf 70% der Nennlüftung reduziert werden, es wird dann von reduzierter Lüftung gesprochen. Eine Lüftungsanlage wird so ausgelegt, dass bei der Nennlüftung ein effektiver und leiser Betrieb möglich ist. Ein Stufenschalter ermöglicht die Auswahl der Lüftungsarten, so dass z. B. beim verlassen der Wohnung von der Nennlüftung auf die Lüftung zum Feuchteschutz umgeschaltet werden kann.

Im Rahmen der Planung einer Wohnung muss nun festgelegt werden, wie die Luftmengen in die Nutzungseinheit hinein und wieder heraustransportiert werden. Dazu werden die Räume in Zu- und Ablufträume unterteilt.

Zulufträume sind Wohn- und Arbeits-, Schlaf- und Kinderzimmer sowie ähnliche Räume. In Zulufträumen halten sich die Bewohner die meiste Zeit auf. Ablufträume sind Küchen, Bad- und WC-Räume. In den Ablufträumen entstehen Gerüche und größere Feuchtigkeitsmengen, die direkt aus dem Haus transportiert werden sollen.

Ein energiesparendes Konzept ist es, die Zulufträume mit frischer Luft von außen zu versorgen. Diese Luft wird dann durch die Türen in die Ablufträume transportiert, dort abgesaugt und nach außen gefördert. Dadurch wird bei minimaler Luftmenge eine gute Belüftung der gesamten Wohnung erreicht. Räume die zwischen Zu- und Ablufträumen liegen, also Flure und andere Räume, werden als Überströmräume bezeichnet. Durch sie strömt die Luft vom Zu- zum Abluftraum.

Beispiel für ein Wohnungslüftungskonzept. Wohnen, Schlafen und Kinder sind Zulufträume, Küche und Bad sind Ablufträume. Der Flur ist Überströmraum.

Technik der kontrollierten Wohnraumlüftung

Kontrollierte Wohnraumlüftung kann als reines Abluftsystem installiert werden. Dann wird nur in den Ablufträumen die Luft mit Hilfe eines Ventilators abgesaugt. Die Zuluft strömt direkt von außen über Außenluftdurch:lueftung:feuchtegefuehrte_aussenluftdurchlaesselässe nach.