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Massivholzdecken

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Abb. 1 verlegte Massivholz Deckenelemente

Grundlagen

Decken sind Horizontale Scheiben, die Räume von anderen Räumen nach oben oder unten abtrennen. Tragende Decken haben insbesondere die Aufgabe der Übertragung der Deckenlasten (Eigen- sowie Nutzlasten), der Aussteifung des Bauwerks (Scheibenfunktion) sowie der Kopplung der Außen- und Innenwände.

Massivholzdecken werden in der Regel aus Brettstapel- oder Brettsperrholzelementen hergestellt. Begünstigt durch die hohe Steifigkeit der Elemente sind größere Spannweiten bzw. niedrigere Konstruktionshöhen als bei Holzbalkendecken möglich. In der Regel liegen die Elementhöhen, je nach statischen Anforderungen, zwischen 120 und 300 mm. Allerdings sollte die Rohdecke zur Vermeidung unerwünschter Schwingungen mindestens 150 mm dick sein. Nur bei geringen Spannweiten kann die Dicke bis auf 120 mm reduziert werden.

Aufbau

Elementaufbau Brettstapelholz

Brettstapelelemente bestehen aus mehreren, senkrecht nebeneinandergestellten Brettern, Bohlen oder Kanthölzern, die mit mechanischen Verbindungsmitteln (Nägel, Schrauben, Stabdübel) zusammengefügt werden. Alternativ können die Holzbauteile auch miteinander verklebt sein.

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Abb. 2 Aufbau Brettstapelholz
Quelle: Bubiza

Die einzelnen Holzbauteile eine Brettstapelelements laufen entweder über die gesamte Elementlänge durch oder sind gestoßen. Die Stoßausführung erfolgt in der Regel durch Keilzinkenverbindungen. Durch die eingesetzten Verbindungsmittel erfolgt die Schubkraftübertragung. Anzahl und Abstände der Verbindungsmittel werden nach statischen Erfordernissen festgelegt. Werden Hartholzdübel verwendet, so werden diese mit einer geringeren Holzfeuchte als die der Holzbauteile eingesetzt. Durch das quellen der Dübel im Element wird eine hohe Klemmwirkung sichergestellt.

Bei Brettstapelelementen muss darauf geachtet werden, dass die Elemente aufgrund der Fugen zwischen den Lamellen nicht Luftdicht sind. Durch eine Beplankung der Deckenelemente mit Holzwerkstoffplatten kann nachträglich eine luftdichte Ebene hergestellt werden, die zusätzlich zur Verbesserung der Scheibenwirkung (Aussteifung) herangezogen werden kann.

Elementaufbau Brettsperrholz

Brettsperrholzelemente bestehen aus mindestens drei in der Regel rechtwinklig zueinander verklebten Lagen aus Schnitthölzern. Werden besonders hohe statische Anforderungen gestellt, sind auch Elemente lieferbar, bei denen mehrere parallele Lagen in Haupttragrichtung übereinander angeordnet sind. Üblicherweise sind Elemente bis zu einer Breite von 2,95 m und einer Länge von bis zu 16 m lieferbar.

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Abb. 3 und 4 Brettsperrholz
Quelle: Bubiza

Links: Systemskizze einer Brettsperrholzdecke, rechts: Brettsperrholzelement (Quelle: Holzbau Handbuch des Informationsdienst Holz.)

Brettsperrholzelemente sind in der Fläche in der Regel bereits luftdicht und besitzen aufgrund der Verklebung dampfbremsende Eigenschaften.

Elementstöße / Anschlüsse

Die Massivholzelemente werden in der Regel stumpf gestoßen. In den Stoßbereichen werden, meist schon vor der Montage, Kompressionsbänder oder auch Dichtungsschläuche angeordnet. Für die Verbindung der Elemente untereinander gibt es verschiedene Systeme. Die gängigsten Elementverbindungen sind:

  • Stoßverbindungen mit eingelassenen Deckbrettern (in der Regel OSB Streifen)

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  • verfalzte Stoßbereiche

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  • einseitig eingelassene und überstehende Stabdübel

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Abb. 5, 6 und 7 Möglichlichkeiten der Elementverbindung
Quelle: Bubiza

Verbindung der Stöße

Die gängigste Variante der Stoßverbindung ist das Einbringen von Vollgewindeschrauben.

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Abb. 8 Brettsperrholz-Elementstoß mit Vollgewindeschraube
Quelle: Bubiza

Auflagerung

Im mehrgeschossigen Holzbau haben sich verschiedene Varianten der Deckenauflagerung entwickelt. Die bedeutendsten Varianten sind die Plattform- und die Quasi-Balloon Bauweise.