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Verlegung von Aussenleitungen (Gas)

Grundlagen

Bei den hier aufgeführten Aussenleitungen handelt es sich um die Leitungen hinter der Hauptabsperreinrichtung (HAE), die ausserhalb von Gebäuden im Freien oder im Erdreich verlegt sind. Außenleitungen vor der HAE unterliegen den Netzbetreibern (siehe dazu: Netzbetreiber) und dürfen nur von Rohrleitungsbau-Unternehmen verlegt werden.

Bei den Aussenleitungen unterscheidet man:

  • erdverlegte Außenleitungen
  • freiverlegte Außenleitungen

Erdverlegte Außenleitungen

Verlegung

Für erdverlegte Gasleitungen sind neben den Technischen Regeln für Gasinstallationen (kurz: TRGI) folgende Arbeitsblätter des DVGW zu beachten:

  • Stahlrohr nach dem DVGW-Arbeitsblatt G 462
  • Kupferrohr nach dem DVGW-Arbeitsblatt G 462
  • Polyethylenrohr nach dem DVGW-Arbeitsblatt G 472

Grundsätzlich gilt für erdverlegte Gasleitungen:

  • die Überdeckung soll 0,6m bis 1m, jedoch nicht mehr als 2m betragen
  • die Leitungen sind zu allen Seiten in mindestens 10cm Sand einzubetten
  • die Leitungsführung ist in Plänen zu dokumentieren
  • man muss die Leitungen jederzeit freilegen können, ohne die Standsicherheit von Gebäuden zu gefährden und ohne Bäume zu fällen
  • Oberhalb (ca.20cm) der Gasleitung ist ein Warnband mit Hinweis auf die Gasleitung zu verlegen

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Quelle: www.btz-osnabrueck.de

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Quelle: www.btz-osnabrueck.de

Erdverlegte Gasleitungen sind im Mantelrohr zu verlegen, wenn sie:

  • durch Gebäudewände führen
  • durch Schächte und Kanäle verlaufen
  • bei nicht unterkellerten Gebäuden durch die Grundplatte herangeführt werden

Als Mantelrohre verwendet man Stahl- oder Gussrohre (bei tragenden Bauteilen) und Kunststoffrohre (bei nicht tragenden Bauteilen).

Beispiel: Verlegung im Mantelrohr

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Quelle: www.btz-osnabrueck.de

Rohrgräben

Rohrgräben und Baugruben sind nach DIN 4124 auszuführen. Grundsätzlich sind diese so herzustellen, dass die Rohrleitung auf der gesamten Länge auf der Grabensohle aufliegt und die Leitungen gegen Auftrieb und Absacken gesichert sind.

Freiverlegte Außenleitungen

Freiverlegte Gasleitungen sind gegen Witterungseinflüsse, wie starke Sonnenstrahlung zu schützen (siehe dazu: Material Freiverlegte Außenleitungen). Außerdem sind sie in entsprechender Höhe zu verlegen, sodass sie gegen mechanische Beschädigungen durch Kraftfahrzeuge oder spielende Kinder geschützt sind.

Korrosionsschutz

Korrosion führt zu einer Veränderung der Eigenschaften des Metalls, was Risiken bezüglich der einwandfreien Funktion des ganzen Leitungssystems in sich birgt. Je nach Einbausituation (z.B. Erdverlegte Außenleitung, freiverlegte Außenleitung, Innenleitung unter Putz, Innenleitung unter Estrich) kommt es auf die richtigen Korrosionsschutzmaßnahmen der Rohrleitungen und Produkte an. Da Gase der öffentlichen Gasversorgung nicht aggressiv sind, sind für den inneren Korrosionsschutz von Gasleitungen keine besonderen Maßnahmen erforderlich. Hinweise zum äußeren Korrosionsschutz finden sich in den Technischen Regeln für Gasinstallationen (kurz: TRGI). Die TRGI bezieht sich dabei auf die DIN 50929 1-3.

Verlegung von Innenleitungen

Informationen zum Thema finden Sie hier:

Leitungsarten

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Gasleitungen - Material

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